Sportverein Konken
Unser Verein kann auf eine stolze und bewegte Geschichte zurückblicken.
Diese Geschichte soll in der vorliegenden Vereinschronik Leben und
Gestalt erhalten.
In unserer Zeit ist doppelt notwendig, die Erinnerung an die
Vergangenheit wachzuhaltenund unserer Jugend weiterzugeben. Einmal ist
der Wert geschichtlicher Tradition und der Beschäftigung mit
Vereinsgeschichte unabdingbar. Zum anderen vermögendie Besinnung auf
die Vergangenheit und die Erkenntnis Ihrer Leistung und Fehler immer
wieder neue Kraft zu spenden zur meisterung der Gegenwart. Echte
Tradition ist nicht ein Traum von der "guten alten Zeit", sondern ein
belebender Ansporn zu neuem Schaffen, zur Erhaltung und Fortentwicklung
der Werte, welche die Vergangenheit in unsere Hände gelegt hat.
Wir sollten darauf achten, daß von dieser Tradition, von der die
Vereinschronik für uns und die nachfolgende Generation berichtet, etwas
erhalten bleibt als ein gutes und festes Fundament, auf dem die Zukunft
unseres Vereines ruht.
Nun sind es 75 Jahre her, als in der Gastwirtschaft Gerlach in Konken
der Sportverein 1920 Konken gegründet wurde. Aus jener Zeit sind fast
alle urkundliche Unterlagen und Belege des Vereines verlorengegangen.
Es ist daher sehr schwierig, wenn nicht fast unmöglich, die Geschichte
des Vereins in den ersten Jahren seines Bestehens zu schreiben. Was an
Quellen aus jener Zeit erreichbar war, stützt sich auf mündliche
Überlieferung.
Aus der Erinnerung aber lässt sich eine Chronik, die Anspruch darauf
erheben könnte, die Geschichte des Vereines lückenlos aufzuschreiben,
kaum rekonstruiren.
Das erste überlieferte Fotodokument aus dem Jahr 1926 zeigt die 1. Mannschaft des SVK.
Am 16. Januar 1920 trafen sich unter anderem die Herren Otto Lensch,
Jakob Gerlach, Ludwig Fauß, Hermann Lensch, Julius Gerlach und Willi
Becker und gründeten den Sportverein 1920 Konken, Die Anregung ging von
Otto Lensch aus. Er hatte die Bekanntschaft mit dem Fußball aus
englischer Kriegsgefangenschaft mitgebracht. Es gab drei Abteilungen:
Fußball, Faustball und Leichtathletik. Aber nur die Abteilung Fußball
setzte sich im Lauf der Jahre durch. Auf einer einigermaßen ebenen
Wiese an Dorfrand wurden zwei Tore aufgestellt und fertig war der
Sportplatz. Dort wurden auch die ersten Vorbereitungspiele gegen
Mannschaften aus den umliegenden Ortschaften, darunter auch Kusel,
ausgetragen.
Nach wenigen Jahren kam es innerhalb des Vereines zu politischen und
wirtschaftlichen (z. B. Thema Vereinslokal) Auseinandersetzungen, die
dazu führten, daß sich der Verein gespalten hat. Es wurde ein zweiter
Sportverein gegründet, er nannte sich "Roter Sportclub" und hatte sien
Vereinslokal in einer anderen Gastwirtschaft. Der neue Verein gehörte
einem anderen Verband an, und spielte auch nur gegen Vereine die diesem
Verband angehörten. Der erste richtige und feste Sportplatz wurde im
Unterwald mit Rollwagen, Schaufel und viel, viel Handarbeit mühevoll
erbaut, im Jahre 1927 feierlich eingeweiht und in Betrieb genommen.
Anfangs der 30er Jahre hatte der SV Konken eine 1. und 2.Mannschaft,
sowie eine A-Jugend und B-Jugend zur Teilnahme an den Verbandsspielen
gemeldet.
Während eines Sportfestes in frohnhofen, im Sommer 1935, errang die
erste Mannschaft einen schönen sportlichen Erfolg. Auf dem Sportfest
sollten die 1b des 1.FC Kaiserslautern und die 1b Mannschaft von
Borussia Neunkirchen das Eröffnungsspiel bestreiten. Aus nicht
bekannten Gründen nahm die Mannschaft des 1.FC Kaiserslautern ihre
Zusage zurück. Über eine Auswahlmannschaft die nun gegen Neunkirchen
antreten sollte, konnte keine Einigkeit erzielt werden. Die junge
Mannschaft des SV Konken stellte sich für das Eröffnungsspiel zur
Verfügung. Als das Spiel zu Ende war, hatte Konken gegen die Borussen
aus Neunkirchen mit 2:0 Toren gewonnen. Beide Treffer erzielte Ludwig
Fauß.
Zu Beginn des zweiten Weltkrieges 1939 wurde der Spielbetrieb
eingestellt. Mit Genehmigung der Militärregierung wurde 1946 der
Spielbetrieb wieder aufgenommen. Der Verein unterhielt eine 1. und 2.
Mannschaft, eine Jugend- und eine Damenmannschaft. Die erste Mannschaft
wurde in der Saison 48/49 in der B-Klasse Meister. Auch die
Jugendmannschaft wurde in diesem Jahr Meister ihrer Klasse. In der
Saison 50/51 konnte man sich nicht in der A-Klasse halten und stieg in
die B-Klasse ab. 1952 wurde der Verein im Zuge der Einführung der
C-Klasse in diese eingestuft.
1957 wurde die A-Jugend Gruppensieger in der Gruppe Kusel-Mitte.
1958 gründete man kurzzeitig eine Spielgemeinschaft mit Herchweiler
i.O. Da Herchweiler zuvor in der B-Klasse gespielt hatte, wurde auch
die Spelgemeinschaft in der B-Klasse spielberechtigt. Die
Spielgemeinschaft mit Herchweiler wurde 1959 wieder beendet.
1960 stieg man aus der B-Klasse wieder ab. 1961 ruhte der Spielbetrieb für ein Jahr.
1963 wurde die A-Jugend Kreismeister. Diese erfolgreiche Jugendarbeit
zahlte sich aus.Die erste Mannschaft konnte durch Jugendspieler ergänzt
werden.
1967 wurde die erste Mannschaft Meister der C-Klasse Kusel-Süd und
stieg in die B-Klasse auf. Das Bild zeigt die Meistermannschaft von
1967.
Aber auch diesmal konnte sich die Mannschaft nur ein Jahr in der B-Klasse halten.
Am 6.Juli 1968 gab sich der Verein eine neue Satzung. In dieser Zeit
war Karl Schmitt 1. Vorsitzender, 2. Vorsitzender war Jakob Gerlach,
Hans Schenkel war Schriftführer und Kassiere war Manfred Schenkel.
Ausschußmitglieder waren Willi Daub, Rudi Häßel, Bruno Raddatz und Rudi
Näher.
Unter dem Vorsitzenden Karl Schmitt (1968-1970) wurden im
wirtschaftlichen Bereich Investitionen vorgenommen. Der Sportplatz
wurde neu angelegt und erweitert. Die Meisterschaftsspiele fanden
während der Bauarbeiten in Kusel statt.
Auf der Generalversammlung am 15. Februar 1970 wurde Helmut Korn zum 1.
Vorsitzenden und Jakob Gerlach zu seinem Stellvertreter gewählt. Das
Amt des Schriftführers übernahm Rudi Häßel und das des Kassierers wurde
Fritz Gauß übertragen. Der Ausschauß setzte sich aus Hans Schenkel,
Karl Schmitt, Werner Schanz, werner Daub und Bruno Raddatz zusammen.
Vom 26. bis 28. Juni 1971 fand anläßlich der Sportplatzeinweihung ein
großes Sportfest statt. Es nahmen folgende Mannschaften teil: Olympia
Neunkirchen/Saar-FV Kusel-Bundeswehr Btl.
Mannschaft-Auswahlmannschaft-SV Herchweiler i.O.-SV Hüffler-SV
Etschberg-SV Schellweiler-SV-Haschbach-SV Dennweiler-Oberalben. Das
Fest war ein großer Erfolg.
1972 wurde das Sportheim gebaut. In diesem Jahr wurde die Meisterschaft
in der C-Klasse Kusel-Süd errungen, verbunden mit dem Aufstieg in die
B-Klasse.Alle eingesetzten Spieler der Meistemannschaft erhielten vom
Verein die Bronzene Ehrennadel. Die 2. Mannschaft konnte in einem
Entscheidungsspiel den Titel eines Vizemeisters erringen.Für die
Erringung der Meisterschaft übereichte der damalige Ortsbürgermeister
Willi Beschmann im Auftrag der Ortsgemeinde einen kompletten Satz der
Sportbekleidung, bestehend aus Trikot, Hose und Stutzen an die
Mannschaft. Auch der Torwart erhielt eine Torwartbekleidung;alles in
den Traditionsfarben Gelb-Schwarz.
Die Meisterschaftsfeier fand am 8. Juli 1972 mit zahlreichen Ehrungen
statt. Es wurden 10-und 15-jährige Aktivität, 20-, 25,- 40,-und
50-jährige Mitgliedschaft im Verein geehrt. Vorstand, Kreisvorsitzender
und Spielleiter sprachen Worte des Dankes und der Anerkennnung aus.
Dabei wurde aber auch betont, daß sich viele der zahlreichen Mitglieder
nicht im Verein engagieren.Viele Dinge sind zu tun, denn auch im
klainsten Verein sind die Aufgaben aller Art zu bewältigen. Dies kann
und wird nur geschehen, wenn alle, die dazu in der Lage sind,
mitzuhelfen. Da der SV Konkn alleine nicht in der Lage war, für die am
Fußballspiel interessierte vereinseigene Jugendmannschaften zu stellen,
wurde eine Jugendspielgemeinschaft mit den Vereinen aus
Herschweiler-Pettersheim, Krottelbach und Langenbach ins Leben gerufen.
In der Zeit vom 3. bis 9. August 1973 fanden die Einweihung unseres
Sportheimes und das Sportfest statt. Außer dem jährlich stattfindenden
Herrenturnier, dessen Gewinner damals einen Rehbock erhielt, fand
montags noch ein sportlicher Höhepunkt statt. Es spielte der FK
Pirmasens mit der kompletten ersten Vertragsspielermannschaft gegen
eine Auswahlmannschaft.Die Auswahlmannschaft spielte in folgender
Besetzung:
Dieter Schug (Dennweiler-Oberalben), Bernd Hollinger (SV Konken),
Wolfgang Conrath (SV Konken), Günther Lang (SV Ohmbach), Dieter Noll
(FC Germania Hütschenhausen), Werner Aulenbacher (SV Theisbergstegen),
Otmar Fauß (SV Theisbergstegen), Bodo Liba (TuS Landstuhl), Fred
Weyrich (SV Herschweiler-Pettersheim), Heiner Müller (FV Kusel),
Gerhard Töpfer (TuS Landstuhl), Otmar Lenhardt (SV Ohmbach), Helmut
Göttel (SV Herschweiler-Pettersheim), Wilfried Hanß (SV Konken), Jürgen
Birkhofen (SV Konken).
1975 war der SV Konken auch in der B-Klasse Kusel-Süd die beste
Mannschaft und stieg in die A-Klasse auf. Spielleiter der Mannschaft
war Willy Herrmanny und als medizinischer Betreuer stand Günter Lang
zur Verfügung. Nach einem Jahr A-Klasse stieg die Mannschaft wiederin
die B-Klasse ab. Im gleichen Jahr wurde nach den Unstimmigkeiten der
Spielgemeinschaft im Jugendbeeich aufgelöst. Die Konker Jugendspieler
spielten aber weiterhin in den Mannsschaften der Nachbarvereine, da der
SV Konken kurzfristig nicht in der Lage war, eigene Jugendmannschaften
für den Spielbetrieb anzuelden. 1975 wurde erstmalls eine AH-Mannschaft
gemeldet.
1979 wagte sich der SV Konken auf ein neues Territorium. Er gründete
eine Damenmannschaft.Der Vorsitzende, der sich schließlich nach harten
und zähen Verhandlungenvon den Spielerinnen überzeugen ließ, war Adolf
Gerlach. Er führte den Verein seit 1976.
Die Damenmannschaft wurde von Birgit Korn und Doris Schneider ins Leben
gerufen.Die ersten Spiele bestritten Gudrun Abraham, Astrid Doll, Heike
Geib, Gabi Hinkelmann, Petra Keller, Monika Korn, Birgit Korn, Martina
Rübel, Doris Schneider, Martina Schultheiß, Sonja Schanz, Christine
Schanz, Petra Stanek.13 Spielerinnen aus 5 Ortschaften wurden von
Trainer der Mannschaft Peter Koch und Fahrer Michael Heß betreut.1980
veranstaltete die Damenmannschaft mit sehr großem Erfolg das erste
Konker Damenfußballturnier.Dieses Turnier war später fester Bestandteil
des Sportfestes und der Samstag stand im Zeichen des Damenfußballes.
1983 wurde die Mannschaft Meister der Bezirksklasse Westpfalz. Das Bild
zeigt die 1983er Meister-Damen-Elf.
14 Spielerinnen aus 10 Ortschaften wurden vom Trainer Rudi Häßel betreut.Ab 1982 ging es mit der Mannschaft bergauf.
Die 1te Mannschaft ist aber leider in eine Krise geraten, konnte 1982
die B-Klasse nicht mehr halten und stieg in die C-Klasse ab.Nach den
Unstimmigkeiten zwischen der 1. Mannschaft und der Vorstandschaft
verließen 10 Spieler der 1.Elf den SV Konken und schlossen sich den
anderen Vereinen an.1989/1990 wurde die 2te Mannschaft abgemeldet.
Diese Zeit ergab sich als sportlich positiv für die Jugendmannschaften.
Die D-Jugend wurde 1988 Sieger in der Gruppe III der Kreisklasse Kusel
und die C-Jugend des SV Konken wurde im gleichen Spieljahr
Gruppenzweiter.Auch bei den "Alten Herren" aus Konken machte sich das
Jahr 1982 bemerkbar und die Mannschaft hat sich mit den Altersgenossen
aus Schellweiler zu einer Spielgemeinschaft zusammengeschlossen.
Der große Glanzpunkt in der 2ten Hälfte der 80er Jahre war die anfangs
so umstrittene Damenmannschaft.Nach ihrer Meisterschaft hielt sie sich
tapfer in der Bezirksliga, obwohl zwischenzeitlich auch viele
Schwierigkeiten zu überstehen waren.
1987 kam dann zunächst einmal Abstieg in die Bezirksklasse. Doch schon
2 Jahre später hatte sich die Mannschaft von ihrem Tief erholt und
wurde zu ihrem 10ten Jubileum zum 2ten mal Meister.Dieses
Doppelereignis wurde mit einer großen Veranstaltung gefeiert.Die
Mannschaft bestand zu diesem Zeitpunkt aus 17 Spielerinnen zwischen 12
und 28 Jahre, die vom Trainer Joachim Schenkel betreut wurden.
Nach den internen Schwierigkeiten und Unstimmigkeiten innerhalb des
Vereines wurden die 90er Jahre durch Erfolg gekennzeichnet. So wurde in
den letzten beiden Runden der 4te Tabellenplatz erreicht. Die 2te
Mannschaft wurde nach ihrer Abmeldung 1990 wieder ins Leben gerufen.Sie
schloß die beiden letzten Spielzeiten als Meister der Reserverunde ab.
Im außersportlichen Bereich bemüht sich die Vorstandschaftschon seit
Jahren, den Vereinsmitgliedern etwas zu bieten und mit Veranstaltungen
auf sich aufmerksam zu machen.So kam die Anregung, die Maifeier mit dem
Aufstellen des Maibaums in der Dorfmitte, vom SV Konken.Das Sportheim
wurde 1987 nochmals renoviert und gemütlich hergerichtet.1994 wurde das
Spielfeld saniert, was sich als außerordentlich positiv auf den
Spielbetrieb auswirkte.
Am 1. Juli 1995 feierten 228 Mitglieder, davon 4 Ehrenmitglieder das 75jährige Jubiläum des Vereines.
Die 1.Mannschaft des SV Konken hatte ein gutes "Timing", da Sie genau
in diesem "Jubiläumsjahr" die Meisterschaft in ihrer Klasse errang.